Als
ich dreizehn Jahre alt war, verschlang ich einen Roman über
eine Gruppe von Jugendlichen, die sich selbst ein Segelflugzeug
bauten, um damit zu fliegen. Diese Geschichte hat mich damals
vollkommen in ihren Bann gezogen. Ich investierte alles, um unter
schwierigsten Umständen selbst das Fliegen zu lernen.
Nach einer finanziell und familiär begründeten Pause von fast 30 Jahren
wollte es der Zufall, dass ich 2003 mit meiner alten Leidenschaft erneut intensiv
in Berührung kam. Im nun schon »reiferen« Alter reflektiere
ich meine Erlebnisse und Erfahrungen und stelle immer mehr fest: Fliegen konfrontiert
mit den verborgensten Winkeln der eigenen Persönlichkeit und ist alles andere,
als nur ein Traum.
In
Dörte Schwarz und Ewa Wisnierska fand ich zwei großartige
Protagonistinnen, um diesen Erfahrungen in meinem ersten großen
Dokumentarfilm einen filmischen Ausdruck zu geben.
|
|

Ihre Verschiedenheit und ihre jeweils eigene Geschichte
machten einen sehr persönlichen Film jenseits von Klischees
möglich.
So findet »Reise zum Horizont« trotz
der »großen, bewegten Bühne« seinen eigenen
Rhythmus mit viel Ruhe und Zeit, um den beiden Frauen wirklich zu
begegnen.
Niemand
konnte ahnen, wie sich die Geschichte wirklich entwickeln würde
und so waren es große Herausforderungen, mit den Beiden
sehr dramatischen Ereignissen von Ewa adäquat umzugehen.
Nur im kleinen Team war es möglich, den Protagonistinnen
in entscheidenden Situationen wirklich nahe zu sein.
Entstanden ist so der wohl ehrlichste Film über das Fliegen und eine spannende,
zutiefst menschliche, aber auch sehr unterhaltsame Geschichte über zwei
großartige Frauen, ihre gemeinsame Leidenschaft und ihre Freundschaft.
|