Dörte sucht nun das Neue,
die Verschiebung ihrer bisherigen Grenzen. Jetzt, wo sie sich frei
fühlt von Verpflichtungen. Sie will sich noch einmal einer
ganz großen Herausforderung stellen, mit allen Konsequenzen.
Dörte hat es eigentlich geschafft. Sie kann mit ihrem Leben
zufrieden sein. Die Kinder sind längst erwachsen, haben ihre
gesicherte Existenz und selbst schon wieder Familie. Dörte darf
ein schönes Haus ihr eigen nennen und eine gute Rente ist ihr
sicher. Sie ist gern unter Menschen, pflegt viele Freundschaften
und ihre familiären Beziehungen.
Jetzt könnte Dörte eigentlich einen ruhigen Lebensabend
verbringen. Aber Dörte will es noch einmal wissen. Die Grenzen
in ihrem Leben waren bislang eng gesetzt. Stets der Familie verpflichtet,
hatte Dörte zwar eine gesicherte Existenz, aber auch beschränkte
Entfaltungsmöglichkeiten. Dörte sucht nun das Neue, die
Verschiebung ihrer bisherigen Grenzen. Jetzt, wo sie sich frei fühlt
von Verpflichtungen.
Vor über dreißig Jahren hatte Dörte einmal im Urlaub
einen Drachenflieger beim Start beobachtet: "Es war für
mich ein unvergessliches, tief ergreifendes Erlebnis, wie er beim
Start über die Rampe lief, einfach ins Leere hinaus, und dann
getragen wurde von der Luft". Fliegen ist für Dörte
eine Frage des Vertrauens. Sie wagt es.
Doch der Weg zur selbständigen Pilotin ist für Dörte
mit vielen kantigen Steinen gepflastert und konfrontiert sie mit
Seiten ihrer Persönlichkeit, die sie längst überwunden
glaubte ...